Ein Jahr der Veränderung

Erstmals nach seinem Amtsantritt am 1. April 2018 leitete Roman Elmer die Generalversammlung der GRB Glarner Regionalbank im Gemeindezentrum in Schwanden. Er sprach von sichtbaren und unsichtbaren Veränderungen, aber auch von erfreulichen Rekorden. So konnte erstmals in der Geschichte der Bank die Bilanzsumme auf über 600 Mio. Franken gesteigert werden.




«Ein Jahr der sichtbaren, aber auch unsichtbaren Veränderungen hat vom Personal und der Geschäftsleitung viel abverlangt. Und wie VR-Präsident Peter Zentner weiter ausführte, seien diese Prozesse noch nicht abgeschlossen. «Die Zielvorgabe dieser Veränderungen werden wir aber auch dank dem grossen Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch erreichen.» Er konnte an diesem Samstagnachmittag im Gemeindezentrum die erfreuliche Zahl von 216 Genossenschafter/-innen begrüssen.

Tiefes Zinsniveau

Wie Roman Elmer nach einem kurzen Blick auf die Konjunkturentwicklung erklärte, würden auch in diesem Jahr die Zinsen weiterhin auf diesem tiefen Niveau verbleiben. «Diese tiefen Zinsen werden weiterhin für eine rege Bautätigkeit in der Schweiz, aber auch in unserer Region, sorgen.» Er blicke aber trotz diesen rekordtiefen Zinsen verhalten optimistisch auf das laufende Geschäftsjahr.

Sichtbare und unsichtbare Veränderungen

Für unsere Kunden kaum sichtbar wurde der IT-Anbieter von der Swisscom zur ESPRIT Netzwerk AG vollzogen. Einem Verbund von 26 verschiedenen Regionalbanken in der Schweiz mit einem Einkaufsvolumen von rund 40 Mrd. Franken. «Nach über zwei Jahren Vorbereitungszeit sind wir mit der neuen IT-Infrastruktur am 14. Januar 2019 «live» gegangen.» Und dies für die Kunden möglichst unbemerkbar, wie er hoffe.

Neben diesem Grossprojekt sei aber das zweite Projekt, der Ersatzneubau der Geschäftsstelle in Glarus, weitherum sichtbar. Es sei für die Regionalbank wichtig auch physisch bei ihren Kunden zu sein, weshalb am Standort in Glarus ein neues Bankgebäude entstehe. «Bei normalem Bauverlauf können wir im Spätherbst die «neue» Bank feierlich eröffnen.»

«Mit einem in diesem Jahr gestarteten Projekt wollen wir auch unsere digitale Dienstleistung ausbauen.» So würde im Verbund mit anderen Banken ein moderner digitaler Beratungsplatz eingeführt. «Mit diesem Projekt rüsten wir uns für die Zukunft. Der persönliche Kontakt zu unseren Kunden wird weiterhin ein nicht wegzudenkender Pfeiler unseres Erfolges bleiben.»

Meilenstein im Bilanzgeschäft

«Wir sind weit davon entfernt uns zurückzulehnen, sondern investieren in eine weiterhin erfolgreiche Zukunft unserer Bank und können auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurückblicken.»

Wie er mit einem gewissen Stolz verkündete, stieg erstmals in der Geschichte der GRB Glarner Regionalbank die Bilanzsumme auf über 600 Mio. Franken oder einer weiteren Zunahme um 4,0 Prozent. Auch die Kundenausleihungen waren wiederum überdurchschnittlich und lagen bei Forderungen von 537 Mio. Franken oder plus 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zunahme von 9,5 Mio. Franken an Ausleihungen betreffen fast ausschliesslich Private und Geschäftskunden im Kanton.

Gestiegener Geschäftserfolg – sinkender Sachaufwand

Deutlich gesteigert werden konnte im vergangenen Jahr der Geschäftserfolg und zwar um rund 7,5 Prozent oder auf annähernd 2,8 Mio. Franken. Dank Kostendisziplin und gesunkener EDV-Kosten konnte der Geschäftsaufwand um 3,6 Prozent auf 4,63 Mio. gesenkt werden. «Als Fazit konnte so die für die Banken wichtige Kennzahl des Kosten-Ertrags-Verhältnisses erstmals seit Jahren wieder deutlich unter 60 Prozent gesenkt werden», erklärte Elmer. Trotz leicht höheren Steuern und dem stark angestiegenen Abschreibungsbedarf aufgrund der erhöhten Investitionstätigkeit nahm der Jahresgewinn der GRB um 2,0 Prozent auf 1,88 Mio. Franken zu.

Mit einem kurzen Ausblick auf das laufende Jahr schloss Roman Elmer sein interessantes und mit zahlreichen Folien unterlegte Referat ab und führte speditiv durch die traktandierten Geschäfte.

Immobilienmarkt Schweiz

In seinem Referat sprach der Gastreferent Prof. Dr. Donato Scognamiglio auf sehr unterhaltsame und äusserst spannende Art über die aktuellen Zahlen zum Immobilienmarkt. Er nahm dabei auch immer wieder Bezug auf das Glarnerland, vor allem auf die Immobilien- und Mietpreise im Vergleich mit anderen Gebieten. «Eines möchte ich aber feststellen und auch untermauern; der entscheidende Wert einer Immobilie ist stets der Boden, denn dieser macht schlussendlich den Preis», war sein ganz klares Credo. Eine Immobilienblase sehe er zurzeit nicht auf uns zukommen, er empfehle aber bei sich abzeichnender Erhöhung der Hypothekarzinsen möglichst rasch zu amortisieren. Donato Scognamiglio schaffte es in seinem Referat aus einem doch etwas trockenen Stoff den anwesenden Genossenschafterinnen und Genossenschaftern einen äusserst unterhaltsamen und humorvollen Vortrag zu präsentieren.

Regierungsrätin Marianne Lienhard überbrachte die besten Wünsche und den Dank der Glarner Regierung. Gemeindepräsident von Glarus Süd, This Vögeli, nahm kurz Bezug auf den Wechsel in der Führung der Bank von Dieter auf seinen Sohn Roman Elmer. «Du hast dir für den Start der Leitung der Bank nicht gerade das einfachste Jahr ausgesucht, die Probleme und Aufgaben aber bisher souverän gemeistert.»

Zu Beginn der Versammlung konnte der VR-Präsident Peter Zentner viele Gäste aus der Politik, darunter die beiden Ständeräte Thomas Hefti und Werner Hösli, Landratspräsident Bruno Gallati, die beiden Gemeindepräsidenten Thomas Kister, Glarus Nord, und This Vögeli, Glarus Süd, begrüssen. Ebenfalls anwesend waren drei ehemalige VR-Präsidenten der Bank, Fridolin Marti, Kaspar Elmer und Dieter Elmer.

Bereits zu einer langjährigen Tradition gehört, dass am Ende der Versammlung die Jugendmusik Schwanden ein kurzes Konzert gibt und abschliessend aus den Händen von Roman Elmer einen Check über 2000 Franken in Empfang nehmen konnte. Ausgezeichnet verpflegt wurden die Gäste aus der Küche der Metzgerei Menzi aus Mitlödi.