«Im Amerika» entsteht neuer Wohnraum

Für rund 27 Millionen Franken realisiert die Stiftung «Wohnkolonie Eternit» gegen 50 neue Wohnungen in Niederurnen. Der Spatenstich für die vier Gebäude umfassende Überbauung fand am Dienstag statt.




«Schön, dass wir dieses Projekt an einem der schönsten Flecken des Glarnerlands realisieren können», erklärte hocherfreut Franz Landolt, Geschäftsleiter Stiftung «Wohnkolonie Eternit», am Spatenstich für die Überbauung «Im Amerika» in Niederurnen. Ein schöner Blick ins Glarnerland und in die Linthebene und besonders die vielen Sonnenstunden, seien für Landolt die wichtigsten Gründe für seine Behauptung. Dazu käme noch die Nähe an die Autobahn oder an den Bahnhof. Nun sollen hier bis Ende 2020 gegen 50 Wohnungen in vier Gebäuden entstehen. Auch Architekt Massimo Di Caudo freut sich, an diesem Projekt an einem «Filet-Stück» im Glarnerland beteiligt zu sein. Ihm war es wichtig, das umgebende Naherholungsgebiet an der Linth zwischen Niederurnen und dem Caspar-Jenny-Areal in den Wohnraum einzubeziehen. So stehen im wahrsten Sinn des Wortes der Begegnungsraum und das Gemeinschaftsgebäude im Mittelpunkt der Überbauung.

Die Geschichte des Areals und auch die Beziehung der Eternit (Schweiz) AG dazu begann schon viel früher, erklärte Landolt weiter. Der Name «Im Amerika» tauchte Anfang des 19. Jahrhunderts auf; als Grundlage drängen sich zwei Geschichten auf. Auf der einen Seite wurde die Region erst durch die Linthkorrektur und die Riet-Meloration richtig nutzbar. «Eine Fläche für das Glarnerland so weit und so gross wie Amerika.» Es könnte aber auch auf die grosse Auswanderungswelle aufgrund von Hungersnöten zurückgehen. Zu jener Zeit wurde dieses Gebiet als Sammelstelle für Auswanderer in die Vereinigten Staaten genutzt. «Weitere Nachforschungen zu diesem Thema könnten sicher spannend sein.» 1953 hat dann die Stiftung «Wohnkolonie Eternit» das Land käuflich erworben und dann für 9 Barackengebäude für saisonale Mitarbeiter genutzt. Zentraler Zweck der 1923 gegründeten Stiftung war von Beginn an, den Mitarbeitern günstigen und guten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Für Patron und Stiftungsratspräsident Bernhard Alpsteg sei es auch wichtig, dass die Arbeiten so weit wie möglich im Kanton und der Region vergeben werden konnten.