Kunstverein und Glarner Kantonalbank laden ein

Der Glarner Kunstverein mit seinem Präsidenten Kaspar Marti und die Glarner Kantonalbank, vertreten durch Stefan Görauch, Leiter der Filiale Glarus, luden erneut zu einem Begegnen ein, dessen Stellenwert und Bedeutung erfreulich gewachsen sind.




An der ausgekündigten Vernissage nahmen gar viele Personen teil, liessen sich in Wesentliches einführen, schauten sich die im OG des Hauptsitzes präsentierte attraktive Vielfalt an und verweilten beim offerierten Apéro bei spürbar munteren, langen Gesprächen. Ausgewählt wurden für diese Ausstellung, die bis zum 13. September andauert, Werke von Hans Comiotto, Christina Vanomsen-Zimmermann und Margareta Bissig.

Stefan Görauch begrüsste gar herzlich, gab seiner Freude Ausdruck, dass dank des seit Jahren andauernden Engagements des Glarner Kunstvereins wieder ein spannendes Begegnen zustande gekommen sei und dass man gerne Gastrechte einräume. Seine Begegnungen mit Bankkunden ende nicht selten mit Gesprächen über die präsentierten Bilder und die jeweiligen Kunstschaffenden. Er lud zum Betrachten und Verweilen ein.

Kaspar Marti zeigte mit seiner Einleitung auf, dass man sich auf ein bewährtes Konzept abgestützt habe. Stets würden drei bis vier Künstlerinnen und Künstler mit Teilen ihres Schaffens vorgestellt. Aufhänger dieses Präsentierens sei diesmal Schwanden und Umgebung. Aus rund 1500 Werken, die aktuell Besitzesstand des Kunsthauses seien, falle die Auswahl nicht immer leicht. Er freute sich, dass mit der Eröffnung des renovierten Kunsthauses Glarus ein Schaudepot eingerichtet werde, das man von Fall zu Fall besuchen könne. Diesmal habe man Begegnungen mit Hans Comiotto (1906 in Haslen geboren und 1972 in Braunwald verstorben), Christina Vanomsen-Zimmermann (1938 in Schwändi geboren, dort und in Schwanden lebend und arbeitend) und Margareta Bissig (1951 geboren und in Braunwald aufgewachsen, mit heutigem Lebensmittelpunkt Schwanden) ausgewählt. Kaspar Marti zeigte sich überzeugt, dass gerade die Verschiedenartigkeit der Werke zu einem interessanten Begegnen führen werde. Bewusst habe man als Aussteller diese Unterschiedlichkeit akzentuiert, indem Bilder mit drei inhaltlich voneinander abweichenden Techniken und Inhalten nebeneinander ausgehängt worden seien.

Der Zugang zu Hans Comiottos Bildern und deren Inhalte wurde mit Erläuterungen von Kaspar Marti vertieft. Bekannt wurde das autodidaktische Schaffen durch Porträts, Landschaften und Blumen. Die damaligen sozialen Gegebenheiten liessen ein Kunststudium nicht zu. Hans Comiotto war als Primarlehrer von 1927 bis 1970 in Schwanden tätig, widmete sich in einer ihn und sein Umfeld prägenden Weise der Malerei. Besondere Erwähnung fand sein Begegnen mit Augusto Giacometti im Jahre 1931. Für Hans Comiotto war das enorm bedeutsam. Er war gleichsam Freund wie Mentor und hat Comiottos Schaffen deutlich mitbeeinflusst. Hans Comiotto erweist sich mit Bezug auf die präsentierten als behutsamer, einfühlender Betrachtender, detailgetreu und inhaltsstark Protokollierender. Es sind Bilder mit stillen, wertvollen Inhalten, die den Betrachter zum Verweilen einladen.

Christina Vanomsen wies mit der Beantwortung verschiedener, von Kaspar Marti gestellten Fragen klar und mit munterer Direktheit darauf hin, wie ihr Schaffen entstanden und gewachsen ist. Sie ist gelernte Floristin. Bei Heiri Gassmann habe sie einst den ersten, für sie wohl massgebenden Zeichenunterricht genossen. Der habe ihre Talente schon mal erkannt. Sie habe sich, Jahre nach dieser Schulzeit, in Paris und Genf aufgehalten. Für die damals entstanden Grafiken und Blumenbilder sei Paris prägend gewesen. Sie sprach dann so ansteckend munter und begrüssenswert eigenwillig von ihren Jahren «in der Fremde». Von der Malerei hätte sie nie leben können, ein Nebenerwerb sei notwendig gewesen. Wenn sie am Schaffen ist, nimmt sie noch Unfertiges wieder hervor, arbeitet daran. Eigentlich, so die Künstlerin, sei für sie ein Bild nie fertig. Ihre Bilderwelt ist so wechselvoll, bunt, spannend, farbenstark und formschön.

Margareta Bissig zeigte auf, wie ihr Schaffen mit Acrylwerken, Aquarellen, später mit Collagen gewachsen sei. Sie, als gelernte Kindergärtnerin, habe trotz hoher Begabung nie von ihrem kunstreichen Schaffen leben können. Auch sie hatte sich Kaspar Martis Fragen zu stellen. Es gab erfrischend ehrliche Statements. Sie weiss um ihre zuweilen fast überbordende Sammelleidenschaften. So vieles möchte sie stets nach Hause nehmen, um es in ihr Gestalten einbeziehen zu können. Aber zuweilen mangle es an Behältnissen, um alles transportieren zu können, dann wieder seien die Orte zwischen dem Entdecken und ihrem Daheim einfach zu weit auseinander. Sammeln ist Margareta Bissigs unstillbare Leidenschaft. Sie wisse oft schon beim Betrachten der Gegenenstände, was daraus werden soll. Das wecke ihre Kreativität und Leidenschaft gleichermassen. Margareta Bissig gestaltet in einer Art, die den Hinschauenden ganz gewiss fasziniert. Es wirkt intensiv, wuchtig, dann wieder feingliedrig, verspielt, leicht wild, faszinierend ganzheitlich.

Man schaute sich gerne um, führte zum Teil recht intensive, natürlich kunstbezogene Gespräche und liess sich beim Apéro im EG des Hauptsitzes gebührend verwöhnen.