Die fünf Kandidaten standen Rede und Antwort

Am letzten Montagabend präsentierte sich die Kandidatin und die vier Kandidaten für die Vertretung in Bundesbern an einem Podium im Landratssaal interessierten Zuschauern.




Fünf Kandidaten für drei Sitze; das Glarner Stimmvolk hat bei der Erneuerungswahl des National- und Ständerats am 20. Oktober eindeutig eine Auswahl. Was die einzelnen Kandidaten dafür mitbringen und wo sie ihre Schwerpunkte setzten wollen, zeigten sie am vergangenen Montag am Podium im Landratssaal. Priska Grünenfelder (SP) ist dabei erst die zweite Frau, die sich für das nationale Parlament zur Wahl stellt, und gar die erste, welche für den einzigen Sitz im Nationalrat kandiert. Auch damit dies nicht mehr eine Ausnahme, sondern die Regel sein soll, möchte sie das Amt annehmen, meinte sie dazu. «Dies hat mit der tatsächlichen Gleichstellung der Frau zu tun. Dazu gehören aber auch Themen wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.» Der zweite neue Kandidat, diesmal für den Ständerat, Mathias Zopfi (Grüne) betonte, dass es eine jüngere und mutigere Glarner Stimme im Ständerat braucht. «Klar ist aber, dass hier nicht Parteipolitik betrieben wird, sondern für das Wohl der Schweiz und vor allem dem Glarnerland agiert werden muss.» Dies betonten auch die aktuell amtierenden Räte, Thomas Hefti (FDP) und Werner Hösli (SVP) im «Stöckli», sowie Nationalrat Martin Landolt (BDP). Dazu erklärte Letzterer: «Wenn man der einzige Nationalrat vom Kanton ist, ist man viel mehr ein dritter Ständerat.» Auf die Frage, welches die Kernkompetenzen eines Rates in Bern seien, meinte Grünenfelder: «Verantwortungsbewusstsein, Loyalität und Ehrlichkeit.» Martin Landolt: «Bereitschaft für Kompromisse, Bodenständigkeit sowie die Rollenverteilung.» Damit meint er, dass die Politik und der Politiker für die Bevölkerung und die Menschen da sein soll und nicht umgekehrt. Thomas Hefti: «Leidenschaft für die Sache und das Amt, Augenmass und Verantwortungsbewusstsein.» Werner Hösli: «Verantwortungsbewusstsein, Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit.» Mathias Zopfi: «Integrität, Offenheit und Kompetenz.» Die aktuell Amtierenden meinten zudem, dass die Räte in erster Instanz für die bestmögliche Entwicklung der Schweiz und nicht nur für den Kanton allein zuständig sind. Natürlich sei es aber sehr wichtig, dass das Glarnerland hier nicht ins Hintertreffen gerate. Bei den aktuell brennenden Themen wie Klimawandel oder der Beziehung zur EU vertraten die fünf Kandidaten ähnliche jedoch deutlich unterschiedlich akzentuierte Ansätze. So sprach sich keiner für einen EU-Beitritt aus, stellte aber fest, dass eine gute Beziehung mit dem engsten Nachbarn unumgänglich ist. In der ganzen Klima- und Energiediskussion hätte der Kanton Glarus zudem eine einmalige Position, mit der Wasserkraft und anderen erneuerbaren Energien, der Schweiz und vielleicht sogar der ganzen Welt zu zeigen, wie hier der Wandel vollzogen werden kann.  

Die wiederum von Fridolin Hauser umsichtig geleitete Gesprächsrunde bot so eine einmalige Möglichkeit, die fünf Kandidaten und ihre Ansichten kennenzulernen.